Lasagne Bolognese

Letztens bin ich in Erinnerungen geschwelgt. Ich dachte an meine Kindheit.  An die Kleinstadt, aus der ich ursprünglich stamme. An Kollo, den Raben, der uns als aus dem Nest gefallenes Küken vom Postboten gebracht wurde, weil er wusste, dass meine Familie Hühner, Gänse, Enten, Fasane und andere Piepmätze hatte. Bald saß Kollo auf meiner Kleinkind-Schulter, auch auf Mamas. Kam ins Haus geflogen, klaute Mamas glimmende Zigarette (sie raucht nicht mehr, war ein 80er-Ding).

Ich erinnere mich an Tage, an denen ich im Sommer durch die Wiesen gelaufen bin, als ich im Fluss, der unser Grundstück vom nächsten trennte, schwimmen war, und mit zehn Blutegeln am Körper wieder raus bin. Als die Hühnerküken schlüpften und sie auf meinem Schoß saßen. Ich bewegte mich nicht, aus Angst ihre zarten Körper zu zerdrücken.

Einmal war Schlechtwetterfront. Aber das hat mich und die Nachbarskinder nicht geschert. Wir standen trotzdem zu viert auf unserem winzigen Steg bei Hochwasser am Fluss (Höhe des Stegs und Flusswasser waren fast gleich), der um ein Vielfaches schneller floss als sonst – er raste. Wir hüpften, scherzten (Helikopter-Eltern gab es damals noch nicht). Und bumms, fiel Björn hinein. Ich sehe ihn und seine aufgebähte Jacke die Aue runter treiben. Wir brüllten: „Hilfeeeee!“ Dann war mein Vater im Wasser. Keine Ahnung, wie er es vom Wohnzimmer durch den Garten so schnell in den Fluss geschafft hatte. Kurz darauf saß Björn zitternd, eingewickelt in einer Decke, in unserem Bad.

Ein anderes Mal hatte es mich erwischt, aber richtig. Ich war drüben bei den Nachbarn, die hatten einen Bauernhof. Wir spielten Verstecken. Ich hatte es mir unter einem Trecker gemütlich gemacht und wurde schließlich von Christian gefunden. Mist! Das war so nicht geplant, also sprang ich auf… ratsch… Ich kam hervorgekrochen. Christian sah mich seltsam besorgt an – mit einem Funken Abscheu, rief seine Mutter. Die kam angelaufen und schrie: „Oh, Gott, oh Gott“. Ich fühlte etwas Warmes meinen Kopf herunterlaufen. Als nächstes lag ich im Krankenhaus und der Anästhesist erzählte mir, dass nun das Sandmännchen käme.

Und dann kam noch etwas: die Pubertät. Pickel bahnten sich ihren Weg ins Gesicht. Ich war notorisch schlecht drauf, hasste alles. Irgendwie wurde mir alle verboten – und ich wollte einfach nur 18 werden. Aber alles wurde nur noch schlimmer. Ich hatte mich verliebt, war 13. Nur, da hatte mich niemand drauf vorbereitet. Es traf mich aus heiterem Himmel – und war schrecklich…

Alles war peinlich, ich ständig rot, stotterte vor meinem Schwarm rum. Was sollte ich nur machen?! Erst mal die beste Freundin konsultieren. Mehr Menschen wussten das auch nicht, weil ich so viele Emotionen zeigte wie eine Betonmauer, unsicher war wie noch nie zuvor. Meine Freundin lacht heute noch und sagt: „Ach, Irene, irgendwie ist das doch immer geblieben.“ Mhh.

Ja, nun – und was hat da alles mit Lasagne zu tun?

Ganz einfach: Die zog sich durch mein ganzes Kinder- und Jugendleben – und half immer. Ich esse sie deshalb auch jetzt noch gern.

Für vier Portionen:

  • 8 Lasagneplatten / oder ca 16 Lowcarb-Cognacnudelplatten
  • 500 Gramm Hackfleisch
  • 3 EL  Olivenöl
  • 1 Möhre
  • 1 Stück Sellerie
  • 200 Gramm Tomaten
  • 1 Zwiebel
  • 2 Zehen  Knoblauch
  • 500 ml Gemüsebrühe
  • 3 EL Tomatenmark
  • Salz und Pfeffer
  • Zucker
  • 2 EL Butter
  • 3 EL Mehl
  • 500 ml Milch
  • Muskat
  • 100 g Parmesan

Zubereitung:

Möhre, Sellerie, Tomaten, Zwiebel und Knoblauch gaaaanz klein schneiden. Das Öl erhitzen, alles anbraten und dann das Hackfleisch zufügen. Tomatenmark und Tomaten dazugeben, die Brühe hinzufügen. Einkochen, bis es sämig ist. Mit Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker würzen.

Für die Béchamelsoße die Butter in einem Topf zerlassen. Das Mehl einrühren und kurz anschwitzen, unter Rühren schlückchenweise die Milch zugießen. Mit Muskat und Salz abschmecken.

Eine Auflaufform fetten, eine dünne Schicht Bolognese darauf verteilen. Einige Löffel Béchamel darauf geben, mit etwas Parmesan bestreuen, dann die Lasagneblätter rauf legen. So weiter schichten, bis alle Zutaten verbraucht sind. Die oberste Schicht sollte aus der Béchamelsauce bestehen, die mit dem Parmesan bestreut wird. Im vorgeheizten Backofen bei 180 °C ca. 20 Minuten überbacken.

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